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Höher, flacher, schärfer 


Beamer, Plasma, LCD oder LED? HDTV, DVB-T, Kabel oder Satellit? TVN-Geschäftsführer Frank Hähnel erklärt, worauf Sie auf dem Weg zum hochauflösenden Fernsehvergnügen HDTV wirklich achten müssen. Interview: Kai-Kirstin Thies 


Mit dem Start der Olympischen Winterspiele im kanadischen Vancouver haben die öffentlich-rechtlichen Sender ihre HDTV-Ausstrahlung gestartet. Was bedeutet das für Endverbraucher? Welches Equipment ist notwendig?
Beim Kauf eines hochauflösenden Flachbildschirms fängt die Herausforderung bereits an. Welche Auflösung soll er haben? Das Label „HD ready" gewährleistet im Regelfall eine Mindestauflösung von 1280 Bildpunkten auf 720 Zeilen, „Full HD" steht mit 1920x1080 zur Verfügung. Je nach Empfangsart benötigen Sie auch noch mindestens einen zusätzlichen HDTV-Empfänger (z. B. Set-Top-Box), der auch im Flachbildschirm integriert sein kann. Fernsehen setzt sich heute aus vielen Variablen zusammen.

Was zeichnet einen Top-Bildschirm aus?
Ich habe mich erst neulich wieder in einem Technik-Kaufhaus umgeschaut. Die Auswahl ist immens. LED, LCD, Plasma oder Beamer, es hängt schlussendlich von den persönlichen Vorlieben ab. Als Kunde ohne Vorinformation ist man einfach überfordert. Ein paar Faustregeln: Man sollte darauf achten, dass das Gerät mehrere HDMI-Anschlüsse (Schnittstelle zur volldigitalen Übertragung von Audio- und Videodaten, Anm. d. Red.) verfügt, damit man Geräte wie Blu-Ray-Player, Spielekonsole, HDTV-Set-Top-Boxen usw. anschließen kann. Der anfangs häufig bemängelte „schlechte"
Betrachtungswinkel bei LCD-Monitoren ist inzwischen sehr verbessert worden.
Achten Sie auf den Stromverbrauch. Generell liegt er bei den Plasmas am höchsten. Für die Größe des Bildschirms gilt grundsätzlich: Wie groß ist der Raum, in dem das Gerät stehen soll? Bei HD-Bildschirmen gilt als optimaler Betrachtungsabstand die dreifache Verlängerung der Bildvertikale.

Was empfehlen Sie: Schüssel, Kabel oder DVB-T?
Eine Empfehlung kann ich nicht abgeben. Das hängt vom Wohnort ab und davon, welche Programmangebote individuell gewünscht sind. Eins steht fest: über DVB-T kann man derzeit noch kein HDTV empfangen.

Was meinen Sie als Experte, welche Technik wird sich durchsetzen?
Wenn die Kabelfernsehprovider zügig HDTV-Sender einspeisen, werden sich Satelliten- und Kabelempfang die Waage halten. Die Kabelnetze sind in Städten und Ballungsgebieten besser ausgebaut – auf dem Land bleibt oft nur die Schüssel. Der überwiegende Teil des digitalen Empfangs geschieht derzeit auch via Satellit.

Was kann ich tun, wenn mich die Technik gar nicht interessiert, ich aber zuhause trotzdem HDTV haben möchte, und das mit einer komfortablen Handhabung?
Erfassen Sie in einer Checkliste so viele Informationen wie möglich, definieren Sie Ihr Ziel: Was möchten Sie sehen, welche Anwendungen sind geplant, möchten Sie weitere Geräte wie Computer oder Spielekonsole anschließen? Wo soll das Gerät stehen?
Wenn Sie in HDTV-Technik investieren, sollten Sie auch über das angemessene Klangerlebnis nachdenken. Und schließlich sollten Sie die Anschaffungskosten festlegen. Je mehr Anhaltspunkte Sie einem Berater oder Fachhändler
geben können, desto umfassender und besser kann er Sie beraten.

Wie sind Sie selbst als Medienkonsument ausgestattet?
Ich gehöre zu den sogenannten „Early Adopters" (als solcher wird jemand bezeichnet, der technische Neuheiten früh aufgreift und ausprobiert, Anmerkung der Redaktion), denn schon aus beruflichen Gründen muss ich gut informiert sein. Mein technisches Equipment bewegt sich im oberen Preissegment. Ich lege Wert auf einen guten Klang und habe mich für eine Dolby-Surround-Soundanlage entschieden.

Und wohin geht es in der Zukunft?
Das Ende der Fahnenstange in Sachen TV-Technik ist nicht abzusehen. Denn während sich HDTV endlich auch in Deutschland flächendeckend etabliert, steckt unsere ganze Branche bereits mitten im 3D-Fieber. Mal von den echten Freaks mit Heimkinoambitionen abgesehen, wird es noch Jahre dauern, bis auch dieses Thema unsere Wohnzimmer erreicht. Dann aber wird das Fernsehen noch einmal um eine ganze Dimension komplexer.
Stellen Sie sich vor: Die Olympischen Spiele nicht nur gestochen scharf, sondern auch noch als räumliches Erlebnis! Was mich persönlich betrifft – ich freue mich schon darauf!

Zur Person: Frank Hähnel, 47, ist einer der Motoren der Medienbranche im norddeutschen Raum. Seit mehr als 18 Jahren ist er für die Geschäftsführung von TVN verantwortlich. Er hat das Fernsehhandwerk von der Pike auf gelernt, dabei zunächst mehrere technische Ausbildungen absolviert, und war ursprünglich von der Verlagsgesellschaft Madsack (VGM) an Studio Hamburg ausgeliehen.
Hähnel verantwortet die audiovisuellen Produktionsfirmen der VGM, baute die technischen und personellen Ressourcen strategisch aus. Er gestaltete TVN zu einer Unternehmensgruppe um, die vom redaktionellen Inhalt bis zur Sendeabwicklung Bewegtbildprojekte realisiert und die in der Kombination ihrer Dienstleistungen und Produkte europaweit einzigartig ist.
Die Unternehmen der Gruppe gehören heute in den Bereichen Unternehmenskommunikation und TV-Produktion zu den leistungsstärksten Dienstleistern Deutschlands. TVN produziert Imagefilme, Schulungsprogramme sowie TV-Sendungen und weltweit große Live-Events. Dazu gehören Fußballweltmeis-terschaften, Formel 1, Eurovision Song Contest und Olympische Spiele.


 
Zurück Quelle: Nobilis - März 03/10
 

 
 
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