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Platz für Technik 


Die Entwicklung in der Unterhaltungselektronik schreitet mit Riesenschritten voran. Doch wohin mit Fernseher, Hifi und Co im eigenen Heim? nobilis hat Hannovers Wohnexperten nach ihren persönlichen Vorschlägen gefragt. Text: Kai-Kirstin Thies 


Weshalb die Technik verstecken? Weshalb die bewegten Bilder nicht in Szene setzen und in den ganz eingenen Einrichtungsstil harmonisch integrieren? Die neuen Flachbildfernseher machen es möglich. Mit ihnen bereichern zunehmend leichte und innovative TV-Möbel unsere Wohnräume. Vor allem die geringe Gerätetiefe von Fernsehern der neuen Generation lässt die Hersteller mit ihren Produkten spielen und immer wieder neue und originelle TV-Möbel entwickeln.

„Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten für die Integration von Technik", erklärt Anand Steinhoff (Steinhoff Einrichten + Wohnen international). Zum einen mittels Lowbords, auf denen Fernseher und Anlagen sichtbar präsentiert werden. Zum anderen bieten moderne Schrankwände die Möglichkeit, per Schiebeelementen die Technik optisch zu verstecken. Zum dritten bieten viele Hersteller Sideboards mit einer sogenannten Hubtechnik, die nur bei Bedarf und per Knopfdruck den Bildschirm aus der Versenkung hochfahren.

Die Fragen aller Fragen beim TV-Möbelkauf lautet also: Sichtbar oder unsichtbar? In Sachen Bildschirm lautet die klare Antwort von Bernd W. Krüger (Hans G Bock): „Verstecken." So hervorragend die Bildqualität der Fernseher mittlerweile auch sei, „ein 50-Zoll-Bildschirm ist immerhin 1,25 Meter breit. Das wirkt wie ein schwarzer Riesenfleck an der Wand." Deshalb empfiehlt der Fachmann Möbel mit Schiebetüren oder motorbetriebener Paneele. Weniger pragmatisch ist die Lösung von Heiner Bockhorst (Bockhorst Life & Living): „Ein schönes altes Ölgemälde an zwei Führungsschienen ist eine schöne Dekoration und eine perfekte Tarnung für Fernsehgeräte, die gerade nicht benutzt werden."

Apropos Bilder: Robert Andreas Hesse (Möbel Hesse) ist von getönten und verspiegelten Monitorscheiben begeistert. „Sie funktionieren im Prinzip wie eine Sonnenbrille und machen erst beim Einschalten des Gerätes das Bild dahinter sichtbar."

Wie bei allen Neuanschaffungen soll das TV-Möbel selbstverständlich zur vorhandenen Einrichtung passen. Glücklicherweise ist die Auswahl an Stilen und Formen in den letzten Jahren enorm gestiegen. Geradlinige Lowboards und sogenannte „Racks" bieten eine gelungene Basis für den Fernseher in einer modernen Umgebung.

Ein TV-Möbel in Form einer Schranklösung von Ars Nova zum Beispiel integriert den Fernseher in eine Bibliothek, so dass er bei Nichtbenutzung hinter den Buchrücken verschwindet – so wird Fernsehgenuss auch bei Bücherfreunden geduldet. Sogar die übliche Schrankwand wurde von Herstellern wie Paschen, Team 7 oder Hülsta aufgelockert. Statt mit gewichtiger Masse überzeugen ihre TV-Möbel als modulare und erweiterbare Systeme mit offenen und geschlossenen Fronten.

Ein weiteres wichtiges Kriterium fürs Multimedia-Möbel ist der benötigte Stauraum. Wer nur seinen Fernseher platzieren möchte, ist mit einem einzelnen Lowboard gut beraten. Hersteller, deren Entwürfe längst zu den Klassikern im Möbeldesign zählen, können in diesem Fall eine wahre Fundgrube sein.

So überzeugt zum Beispiel seit 40 Jahren das USM Möbelbausystem „Haller" mit seinem reduzierten Design, das sich quasi aus den drei Grundelementen Kugel, Verbindungsrohr und Verkleidung zusammen setzt – fertig ist der dezente Unterbau für den Fernseher. Und Frank Bünermann von Pro Office schwärmt für den neu aufgelegten Klassiker „B106" von Thonet: „Reduzierter geht es nicht."

Sollen jedoch noch zusätzliche Geräte oder gar eine umfangreiche DVD- oder CD-Sammlung Platz finden, kommen kleinere Kastenmöbel schnell an ihre Grenzen – modular aufgebaute Systeme sind hier von Vorteil. Durch diverse Erweiterungsmöglichkeiten sind mit solch einem TV-Möbel eventuelle Platzprobleme schnell und individuell gelöst. Eine verdeckte Kabelführung versteht sich von selbst.

Einige Hersteller bieten außerdem mit Rollen oder Schwenksystemen die Möglichkeit, von nahezu jeder Stelle im Raum das Fernsehbild betrachten zu können. Dies ist bei Räumen mit verschiedenen Sitzbereichen von Vorteil. Auch die technische Aufrüstung der Möbel nimmt zu. Manche haben die Surround-Boxen schon integriert, bieten spezielle Haltesys-teme für Fernseher und Beamer an oder leiten – wie Kettnaker – die Fernbedienungssignale hinter die geschlossenen Fronten an den DVD-Player weiter.

Neben den drei vorgestellten Möglichkeiten gebe es noch eine weitere Lösung, die allerdings viel Platz erfordere, weiß Anand Steinhoff. „Echte HighEnd-Freaks setzen ihre Geräte in Multimedia-Räumen gekonnt in Szene. Dabei steht dann die Wahl der Sitzmöbel im Vordergrund."


 
Zurück Quelle: Nobilis - März 03/10
 

 
 
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