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Der Funke ist übergesprungen 


Der Kölner Dr. Heiner Feldhaus leitet die Concordia-Versicherungsgruppe, mit Freude am Wettbewerb, guten Ideen und Zuneigung zur hannoverschen Mentalität. Text: Beate Rossbach 


Unverkennbar – Heiner Feldhaus ist Kölner. Seine Sprachfärbung, seine Sympathie für den 1. FC Köln und sein trockener Humor lassen es deutlich werden. Den Humor hat er in den letzten Monaten gut gebrauchen können, denn Ärger gab es für den Vorstandsvorsitzenden der Concordia-Versicherungen reichlich.

Eine anonyme Anzeige bei der Staatsanwaltschaft bescherte ihm Publicity, von der Art, die niemand braucht. Vorgeworfen wurden ihm Unregelmäßigkeiten in Zusammenhang mit dem Umbau seines Dienstwohnsitzes und Dienstreisen. Woher diese „Rufmordkampagne", so nennt sie Feldhaus, kam? In der Branche gibt es Gerüchte. Genaues weiß bis heute niemand.

Für Heiner Feldhaus waren es jedenfalls keine schönen Wochen. Morgens schlug er die Zeitung auf und musste sich selbst als unangenehmen Zeitgenossen geschildert sehen. „Ja, da wichen Selbstbild und Fremdbild etwas voneinander ab, das muss ich schon einräumen", sagt er, und da ist er wieder, der trockene Humor.

Insgesamt aber war die Angelegenheit für Feldhaus und sein Unternehmen nicht zum Lachen. „Ich kann das Gefühl nur schwer beschreiben: Man kommt sich vor wie in einem dunklen Raum, man hört Stimmen und weiß nicht, wo sie herkommen. Man wird angefasst und kann sich nicht wehren, denn das Ganze ist anonym."

Um die Vorwürfe zu entkräften, wurde sofort ein Gutachten bei einem unabhängigen Wirtschaftsprüfungsunternehmen in Auftrag gegeben. Bis die Ergebnisse vorlagen, hieß es abwarten. Nicht leicht für Feldhaus: „Die Dinge auszusitzen, entspricht nicht wirklich meinem Naturell. Nein, ich denke, im Wettbewerb kämpft man, das gehört dazu. Es sollte nur fair laufen, dann ist es gut. Aber mit dieser Sache hier kann ich nur ganz schwer umgehen."

Vor fünfzehn Jahren kam Heiner Feldhaus nach Hannover. Auf ein Jurastudium in Köln folgten die Assistentenzeit an der Uni und die Promotion in Arbeits-, Wirtschafts- und Versicherungsrecht. „In Köln sind in einem Gebäude, sogar auf einem Flur drei Institute untergebracht. Dadurch ergeben sich viele Kontakte, so dass ich mich nach der Promotion ganz bewusst in der Versicherungswirtschaft umgeschaut habe."

Bei der zum Zürich-Konzern gehörenden Agrippina-Versicherung rückte er, nach Auslandseinsätzen in der Schweiz und den USA, bis in den Vorstand auf. Als dann Mitte der neunziger Jahre ein neuer Chef an die Spitze rückte und sein eigenes Team einsetzte, suchte Heiner Feldhaus nach neuen Aufgaben. „Von meinem Vorgänger Ernst Köller kam der Ruf zur Concordia, aber der Weggang aus Köln hat mir damals überhaupt nicht gefallen. Ich war mit der Stadt ganz eng verbunden und fand es gar nicht schön, sie mit der ganzen Familie zu verlassen."

Aber das Angebot war gut, und der Stimmungswandel kam rasch. „Als ich hier zum Vorstellungsgespräch kam und mit dem Taxi durch die Eilenriede gefahren bin, da ist ein Funke übergesprungen. Da ist mir Hannover sofort sympathisch gewesen." Mit seiner zweiten Frau Marina, einer Architektin, lebt er in Kirchrode. Seine vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter aus beiden Ehen, sind erwachsen. Alle studieren oder befinden sich in Ausbildung.

Bei der Concordia war Heiner Feldhaus ab 1995 Vorstandsmitglied, um dann 2001, mit der Pensionierung Ernst Köllers, ganz nach oben zu steigen. Die Concordia ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit und stellt mit seinen Tochtergesellschaften eine Gemeinschaft mit etwa 2,4 Millionen Verträgen und rund 670 Millionen Euro Umsatz dar. Zu den Zielen der Gruppe gehört mehr und mehr das Angebot von Kompaktlösungen für spezielle Kundensegmente, wie zum Beispiel der Landwirtschaft.

Aber auch die Berücksichtigung des Faktors Nachhaltigkeit erhält immer mehr Gewicht. Das Paradebeispiel dafür ist die Tochtergesellschaft oeco capital, die sich als erster ökologischer Lebensversicherer Deutschlands in ihrer Satzung ausdrücklich zu einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Anlagepolitik verpflichtet hat.

Über die oeco capital spricht Heiner Feldhaus sehr gern, denn erstens gibt es hier nur Gutes zu berichten, und zweitens ist er sozusagen der Ziehvater dieses Unternehmensbereiches. „Der Kauf war meine Idee", erzählt Heiner Feldhaus. „Ich hörte davon und sagte zu Herrn Köller: ‚Das würde zu uns passen‘." Nach dem Aktienkauf wurde die oeco capital dann als eigenständige Gesellschaft weiter betrieben. Heiner Feldhaus bezeichnet sie heute als „Perle" im Konzern.

Auch die Wirtschaftprüfungsgesellschaft hat Positives zu berichten: Nach ihren Untersuchungen haben sich die gegen Dr. Feldhaus erhobenen anonymen Vorwürfe als gegenstandslos erwiesen und ergaben kein zu beanstandendes Verhalten. Für Heiner Feldhaus und seine Mitarbeiter ein Grund, aufzuatmen: „Das waren ziemliche Schmierereien. Gott sei Dank ist der Spuk jetzt vorbei."


 
Zurück Quelle: Nobilis - Juli 7-8/2010
 

 
 
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