Home     Redaktionelles Konzept     Events     Mediadaten     Abonnement     Kontakt / Impressum  

 
Aktuelle Ausgabe
Archiv / Suche
 
Jubiläumsausgabe
Beautyspecial
Wohnen special
Gartenheft special
Einkaufsbummel
 
Leserumfrage -
Ihre Meinung
 
Rezepte download
 
 

Geschenke fürs Publikum 


Seit einem Vierteljahrhundert begeistert das Festival: „TANZtheater INTERNATIONAL“ sein Publikum. Zum Jubiläum gibt’s herzliche Glückwünsche von nobilis. Text: Jörg Worat 


Runder Geburtstag für ein renommiertes Festival: „TANZtheater INTERNATIONAL" wird 25 Jahre alt. Und die Geschenke bekommt das Publikum: Vom 2. bis 11. September sind in drei Spielstätten zehn Vorstellungen mit acht Produktionen von sieben internationalen Compagnien zu sehen.

Was einst unter dem Namen „Theater Fünfundachtzig" mit Gruppen vor allem aus dem Schauspielbereich begann, hat sich mittlerweile schon lange zu einer überregional beachteten Veranstaltungsreihe rund um den zeitgenössischen Tanz entwickelt. Dabei haben sich gewisse Traditionen herausgebildet, die auch bei der Jubiläumsausgabe zum Tragen kommen werden: „Manche Choreographen habe ich im Laufe der Zeit immer wieder eingeladen", sagt Christiane Winter, Festivalmacherin seit der ersten Ausgabe. „Weil ich dem Publikum die Möglichkeit geben will zu beobachten, wie sich eine Tanzsprache entwickelt."

So sind auch diesmal gute Bekannte am Start. Zum Beispiel Kenneth Kvarnström, der die Veranstaltungsreihe in der Herrenhäuser Orangerie mit der deutschen Erstaufführung des Stücks „XPSD" eröffnen wird. Der Choreograph ist zwar gebürtiger Finne und schickt die „Helsinki Dance Company" ins Rennen, hat aber auch lange in Schweden gewirkt und somit unterschiedliche Stilistiken kennen gelernt. Sein Markenzeichen ist ein sehr dynamischer Tanz, bei dem gleichwohl große Sorgfalt aufs Detail gelegt wird. „Das neue Stück beginnt mit einem Rückgriff, mit Anleihen beim Höfischen", erläutert Winter. „Später gehen die Tänzer bis an die Grenze ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit." In dieser Erschöpfung findet auch der sonderbare Titel seine Erklärung: „XPSD" steht für „exposed", also „ungeschützt" oder „ausgeliefert".

Im Zusammenhang mit der Aufführung kommt gleich ein weiteres Markenzeichen des Festivals zum Tragen. Christiane Winter ist stets daran interessiert, den Entstehungs- und Entwicklungsprozess einer Choreographie für die Besucher erfahrbar zu machen. Das schlägt sich diesmal in einer öffentlichen Generalprobe von „XPSD" nieder, die am Tag vor dem offiziellen Festivalbeginn stattfinden und in ein Publikumsgespräch übergehen soll.

Ein ganz anderer Stil am 3. September im Schauspielhaus: Der Belgier Jan Lauwers und seine „Needcompany" sind für eine spartenübergreifende Mischung aus Tanz, Schauspiel, Video und Live-Musik bekannt. Zwei Teile ihrer Trilogie „Sad Face / Happy Face" waren schon bei „TANZtheater INTERNATIONAL" zu sehen, nun folgt mit „The Deer House" der Abschluss. Ausgangspunkt der Arbeit ist eine ganz reale Tragödie: Der Bruder einer Tänzerin wurde bei der Ausübung seines Berufs als Kriegfotograf im Kosovo erschossen. Sein letzter Tagebuch-Eintrag bezog sich auf den mysteriösen Wunsch, „The Deer House" zu finden, und dieses „Hirschhaus" hat die Needcompany nun zum Ausgangspunkt ihrer Untersuchung über Leben und Kunst gemacht.

Belgien ist seit jeher eine Hochburg des innovativen Tanzes. Zu den herausragenden Vertretern zählt auch die Gruppe „les ballets C de la B", die das Festival abschließt. An zwei Abenden ist in der Orangerie das Stück „Out of Context - for Pina" zu sehen. Choreograph Alain Platel lotet im Andenken an die vor genau einem Jahr verstorbene Pina Bausch unter Verzicht auf eine stringente Geschichte Seelenzustände aus. Die Presseberichte machen neugierig „Neun Tänzer, kein Bühnenbild, wunderbar getanzt, eine Mischung aus Humor, Gefühl und Kontrollverlust", schwärmte „Le Libre Belgique", und „De Standaard" mutmaßte gar: „Es könnte das beste Stück dieser Saison werden."

So gern man alte Freunde wiedersieht, so sehr freut man sich über neue. Erstmals beim Festival ist unter anderem der Franzose Pierre Rigal vertreten. Er zeigt im Ballhof das Stück „Press", und laut Winter sind dabei höchst ungewöhnliche Bewegungsformen zu erwarten: „Es ist ein Tanz in einem kleinen Kasten, dessen Decke herabsinkt. Bis man denkt, es sei gar nicht mehr möglich, sich in dieser Bedrängnis zu rühren. Aber Rigal macht immer weiter …"

Wenn wir schon von Bedrängnis sprechen: Eine Tradition bei „TANZtheater INTERNATIONAL" ist leider auch die unsichere Finanzierung. Mehrfach stand die Existenz des Festivals schon auf der Kippe, und Christiane Winter macht wenig Hehl daraus, dass ihr die alljährliche Jagd nach dem Geld arg auf die Nerven geht. Wenngleich sie auch diesmal wieder erfolgreich war: Mit rund 313.000 Euro ist der Etat allerdings etwas niedriger ausgefallen als 2009. Die drei größten Finanziers sind die Stadt Hannover, die Stiftung Niedersachsen und die Sparkasse Hannover; nach mehrjähriger Pause ist auch das Land Niedersachsen wieder mit von der Partie.

Das Geld ist sicher gut angelegt, der Erfolg gibt der künstlerischen Leitung jedenfalls Recht: Zuletzt erreichte das Festival regelmäßig eine Platzauslastung von über 90 Prozent. Weshalb es sich auch anbietet, mit Beginn des Vorverkaufs am 6. Juli schnell einen Blick auf die Website www.tanztheater-international.de zu werfen – nicht, dass die besten Karten auf einmal schon vergeben sind.


 
Zurück Quelle: Nobilis - Juli 7-8/2010
 

 
 
Weitere Online-Dienste der
Schlüterschen Verlagsgesellschaft:

nc-verlag.de   logistikwelt.de   material-management.de   automation-qualitaet.de   eurolaser.de   special-tooling.de   blechonline.de   nc-fertigung.de   konstruktion-entwicklung.de   Handwerk.com   Vetline.de   Pflegen-Online.de   Fachbuch.Vetline.de   Messezeitung.de   Rechtsvorschriften-Niedersachsen.de   Themenguide.de