Rücktritt

Heute ist Christian Wulff von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten.

Trotz der ständig wachsenden Vorwürfe hatte er monatelang beteuert, unschuldig zu sein und im Amt bleiben zu wollen.

Gestern Abend hatte die Staatsanwaltschaft Hannover den Antrag beim Bundestag gestellt, Wulffs Immunität aufzuheben, da sie wegen des Anfangsverdachts auf Vorteilsannahme gegen den Bundespräsidenten ermitteln wolle. Die Vorwürfe der Vorteilsnahme im Amt beziehen sich auf seine Zeit als Niedersachsens Ministerpräsident.

Jetzt war der Druck offenbar zu stark: Um 11 Uhr verkündete der Norddeutsche nach nur einem Jahr im Amt seinen Rücktritt. An seiner Seite Ehefrau Bettina. Wulff erklärte, er habe gern die Wahl zum Bundespräsidenten angenommen und das Amt mit dem Herzen ausgeübt. Das Land brauche aber einen Präsidenten, der sich uneingeschränkt seinen Aufgaben widmen kann und der von einer breiten Mehrheit im Land getragen werde. Das dafür notwendige Vertrauen sei nun aber nicht mehr gegeben.

Mit dem Rücktritt wird der Ex-Bundespräsident mit seiner Familie auch Schloss Bellevue verlassen müssen. So wird er  wohl wieder öfter in seinem Haus in Großburgwedel zu sehen sein. Angesichts der ihm bevorstehenden juristischen Ermittlungen gab sich Wulff optimistisch, dass diese entlastend für ihn ausgehen würden.

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